Sonntag, 16. Oktober 2011

Holunder, oh Holunder

In den meisten Jahren verpasse ich die Holunderzeit, egal ob im Frühling oder im Spätsommer. Ausserdem muss man ja schon vorher wissen, was man will. Holunderblüten oder Holunderbeeren, was soll verarbeitet werden? Meine Eltern haben nur 3 oder 4 Büsche, da muss ich mich entscheiden. Für beides und dann immer nur ein bisschen lohnt sich der Aufwand nicht so recht, finde ich.

Dieses Jahr hab ich es aber mal irgendwie zur Hollerzeit (Holler= Holunder auf Bayrisch ;) ) nach Niederbayern geschafft, besser gesagt: Zur Hollerbeerzeit. Das Pflücken der Rispen finde ich gar nicht so schlimm, das Abpflücken der Beeren schon. Handschuhe sind da bei mir Pflicht, sonst trägt man die eingefärbten Finger und Nägel eine Woche mit sich rum. Nervig sind auch die vielen kleinen Tierchen, die in den Holunderrispen ein Zuhause gefunden haben. Allerlei Käfer und Spinnen sollen bei mir eher nicht im Endprodukt landen...

Nach ein paar Stunden Vorarbeit gehts dann also ans Kochen der Beeren. Man braucht nur wenig Wasser (ich hatte es ca 2 fingerbreit im Topf, beim nächsten Mal würde ich aber noch weniger nehmen) und auf 4,5 kg Holunderbeeren habe ich 1 kg Zucker verwendet. Reicht auch für den Saft, finde ich. 3 kleingeschnittene komplette Vanilleschoten sind auch noch mit drin.

Doch bevor man zum Saft gelangt, muss alles gut gekocht werden (als Anhaltspunkt habe ich 20 Minuten gefunden, bei mir wars eher eine halbe Stunde) und immer schön rühren, damit nix ansetzt. Danach muss die Pampe gesiebt werden. Also ein grosses Sieb und ein altes, sauberes Geschirrhandtuch hervorgekramt und dann sieben und -wenn die Masse nicht mehr ganz so heiss ist- wird der Rest mit manueller Gewalt ausgepresst.

Den so entstandenen Saft habe ich nochmal aufgekocht und heiss in sehr gut gereinigte Flaschen gefüllt. Einen Rest Saft habe ich nochmal mit der ca gleichen Menge Zucker aufgekocht und etwas einkochen lassen. So bekommt man leckeren Holler-Vanille-Sirup, den man als Aperitiv mit Sekt mischen kann, oder in etwas Mineralwasser oder in Heisser Zitrone.

Von einem Teil des Saftes habe ich dann noch Holler-Vanille-Likör hergestellt: 1,5l Saft + 750g Zucker aufkochen. Nach dem Abkühlen 375ml Weingeist + 170ml Pott Rum 40% dazugeben und in saubere Flaschen füllen. Falls durch den Alk etwas Frucht ausflockt, kann man das noch absieben. Lecker und sehr promillig.


Ich hab jetzt also noch ungefähr 2 Liter Likör und nen halben Liter Sirup, was ich vermutlich nicht wirklich alles selbst verbrauchen kann. Falls also jemand tauschen möchte... ;)

Kommentare:

  1. Hm, das sieht so lecker aus :-)

    Liebe Barbara, bekomme ich vom Sirup ein wenig ab?

    LG
    Eva

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  2. Mmhhh, Hollerwasser trinke ich selbst auch immer total gerne :)

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  3. Das sieht wirklich superlecker aus!
    Ich habe auch einen Strauch im Garten,bis jetzt aber nur die Blüten in Brandteig ausgebacken als Dessert verarbeitet.

    LG Luna

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  4. Ich hätte ein Apfelrotweingelee zum tauschen, denn dein Likör klingt ja echt lecker.Würd dir auch noch eine Sauerkirschmarmelade dazu geben.....

    Lliebe Grüße aus Bayern
    Jutta

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  5. Huhu,
    also ich mach ja selbst auch Holunder... Du kommst gut um die Handschuh-Stundenlang-Vorarbeiten drum herum, wenn du die Rispen einfach mit einer Gabel abstreifst...
    So hab ich 2,5 kilo in 45 Minuten geschafft... das war nur die erste Fuhre, eine weitere folgte einige Tage später...

    Ich glaub das mit Vanille probiere ich beim nächsten Mal aus...

    Sieht auf jeden Fall lecker aus =)

    Liebe Grüße

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  6. Liebe Barbara

    Ich möchte mich auch gerne anmelden.
    Melde mich die Tage, wenn ich mich etwas sortiert habe und dann machen wir mal wieder einen Tausch aus, wenn Du magst.

    Liebe Grüße
    Susi

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  7. Lieben Dank für eure Kommentare!

    @Eva: Ich tu was zur Seite :).

    @Luna: Davon hab auch auch schon gehört, aber probiert hab ich das noch nicht... vielleicht klappts im Frühling!

    @Jutta: Schreib mir bitte be Email, ein Tausch wär toll! :)

    @Roxanne: Danke für den Tip! Irgendwie springen bei mir die Beeren immer überall hin, wenn ich sie mit der Gabel absstreife. Gibts da nen Trick?

    @Susi: Gerne, mit dir tausche ich immer :)! Lass dir soviel Zeit, wie du brauchst und komm erst wieder ein bisschen zur Ruhe.

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  8. Liebes Goodgirl,

    ich würde ja auch gern tauschen, aber ich hab momentan nur Wellness-Sachen und Seifen :)

    Lg Krissi

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  9. Da hast du soviel und ich schick dir noch welchen... tja, aber so isses machmal bei uns Selbstversorgern... LG Anke

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  10. Ich kenne das Problem mit den Hollerbeerchen und mach mir das ganz einfach, indem ich den Dampfentsafter meiner Oma verwende. Da werden die ganzen Beerchen die vorher mit Wasser abgespült wurden samt Stingel in den Topf gegeben, unten kommt Wasser rein.Den Schlauch abklemmen und dann kochen lassen,
    Durch den Dampf löst sich der Saft aus den Beeren. Die Stängel beeinträchtigen den Geschmack überhaupt nicht. Nach gewisser Zeit kann mann den Schlauch aufmachen und den Saft in einen Topf abfüllen und dann ganz normal zu Sirup verarbeiten. Früher hab ich mir den ja selber gemacht, aber leider mussten meine Hollunderbuschen einem Wohnhaus weichen. Bin auf der Suche nach neuen.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  11. ALso ich streif die gleich im Spülwaschbecken ab, das mit wasser gefüllt ist.
    Da erkennst du dann ja auch gleich die Beeren, die obwohl tief dunkel gefärbt nicht gut sind (die schwimmen ja oben und können dann einfach mit dem sieb entfernt werden...)

    und das Spülbecken ist so groß, dass da nix mehr zur Seite weghüpfen kann...

    Liebe Grüße

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